KulturFreitag, 18. November 2011, 18:40 Uhr· von: Mattia Rosini

Theater ohne Grenzen

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Mehr als 200 behinderte und nicht behinderte Künstler aus Europa und Übersee zeigen beim internationalen Theaterfestival NO LIMITS ungewöhnliche Kunst von den Rändern der Gesellschaft und jenseits der üblichen Weltwahrnehmung. Vom 10. bis 20. November verwandeln sie die Kulturbrauerei, Ballhaus Ost, und andere Orte zu Experimentierfeldern der internationalen inklusiven Leit-Kultur. Die fünfte Ausgabe dieses Festivals zeigt die zunehmende Professionalisierung der inklusiven Kunst-Szene.

Am Samstag 19. und Sonntag 20. November, finden verschiedenen Sachen statt: Performance und Kunstinstallationen, mit Lomé in Leuchtfarben und als Marshmellow, von Anne Tismer & Kollektiv (D/Togo) & Thikwa.

Theater, mit Variations Antigone, von der Compagnie Création Ephémère (F), und Berlin Alexanderplatz, von Das Helmi & Theater RambaZamba & Ohrenkuss (D).

Endlich, zweimal Alexanderplatzkonzert 1 / 2. Zu Beginn, spielt Brian’s Bedroom Band (GB), im Anschluss tritt Orchestre Miniature in the Park (D) auf.

Aber was bedeutet das Theater für Menschen mit Behinderung?

„ Da gibt es zwei Aspekte – beantwortet Antje Grabenhorst, Presseleiterin des Festivals.

Die Möglichkeit der Professionalisierung. Menschen mit Behinderung werden meist an den Rand der Gesellschaft verdrängt, egal welche Talente sie haben. Den meisten wird weder eine Ausbildung noch eine Weiterbildung gewährt. Wie in alten Zeiten werden sie aufbewahrt, eingeschränkt und mit oft langweiligen Tätigkeiten beschäftigt. Theater zu machen ist das Gegenteil von langweilig. Sich im Theaterbereich zu qualifizieren ist ein hoch interessante Tätigkeit, die Körper, Geist und Fantasie gleichermaßen fordert und fördert. Schauspieler zu sein ist ein cooler Beruf.Die Möglichkeit darüber zu bestimmen in welcher Rolle man gesehen wird
Leute mit Behinderungen sind meist vor der Öffentlichkeit verborgen, werden also gar nicht gesehen. Wenn sie doch in die Öffentlichkeit gehen, werden sie wegen ihrem anders Sein komisch angesehen, das spüren sie auch. Auf der Bühne haben sie die Möglichkeit mit darüber zu bestimmen in welcher Rolle sie gesehen werden. Sie sind dann nicht die, die bemitleidet werden. Sie sind Schauspieler und werden als solche wahrgenommen“.


NO-LIMITS theater festival

bis 20. November

Preis: von 5 zu 13 euro