Stadtgeschichte, Politik, KulturDienstag, 15. Juni 2010, 15:36 Uhr· von: Erik Müller

Erich Mühsam

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Mühsam wuchs als Kind jüdischer Eltern in Lübeck auf. Bereits in seiner Jugend schrieb er für verschiedene Zeitschriften, erlernte nach dem Abitur jedoch zunächst den Apothekerberuf. 1901 zog er zurück nach Berlin und arbeitete als Redakteur für die anarchistischen Zeitschriften „Der arme Teufel“ und „Weckruf“.

Anschließend ging er auf Wanderschaft und weilte in Italien, Zürich, Wien und Paris. 1909 ließ er sich in München nieder und war als Mitglied der Schwabinger Boheme mit Heinrich Mann, Fanny zu Reventlow und vielen anderen befreundet. Nachdem sein Freund Kurt Eisner, der bayerische Ministerpräsident, von einem rechtsextremen Attentäter ermordet worden war, stieg Mühsam in den Wirren der Novemberrevolution sogar zu einem der Anführer der Münchner Räterepublik auf. Nach der Niederschlagung der Revolution, bei der auch sein Lebensfreund Gustav Landauer starb, wurde Mühsam zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und verbrachte fünf Jahre in Haft.

Danach kehrte er nach Berlin zurück und wohnte in der Hufeisensiedlung im Bezirk Neukölln, in der Dörchläuchtingstraße 48. Er arbeitete wieder als Journlist und warnte in seinen Beiträgen unermüdlich vor der drohenden Kriegsgefahr und dem Aufstieg der Nationalsozialisten. Politisch arbeitete Mühsam u.a. mit dem jungen Herbert Wehner zusammen. Kurz nach der Machtergreifung Hitlers wurde er verhaftet und ein Jahr später im KZ Oranienburg von SS-Leuten ermordet. Doch sein literarisches Werk lebt bis heute fort. Aufgrund der Ausdruckskraft seiner Werke und seiner anarchistischen Lebensweise gilt Erich Mühsam heute v.a. bei jungen Lesern als Kultautor.



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