KulturMontag, 14. Juni 2010, 17:15 Uhr· von: Nicolas Flessa

Die CARPE Filmkritik: The Messenger

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Kein Job für schwache Nerven. Wie Mary Ann Winkowski (die Vorlage zur erfolgreichen TV-Serie "Ghost Whisperer") suchen auch Sergeant Will Montgomery und Captain Tony Stone die Angehörigen frisch Verstorbener auf.

Doch sie haben keine letzten Nachrichten, sie haben den Tod im Gepäck. Regie-Debüttant Oren Moverman, der für das Drehbuch in Berlin 2009 den „Silbernen Bären“ erhielt, zeigt den Krieg von seiner erschütterndsten Seite: jenseits von Blut, Feuer und Gewalt sind es letztlich die Hinterbliebenen, die in einem kriegsführenden Land wie den USA die größten Verluste zu tragen haben. Einfühlsam erzählt „The Messenger“ von den innerseelischen Schäden, die ein Krieg – zynischen Kollateralschäden gleich – tief hinter die Frontlinien mitten in die Heimat trägt.

Den herausragenden Darstellern ist es zu verdanken, dass dieses heikle Thema auch im kriegsmüden Deutschland kein Kopfkino bleibt. Denn in Bobby Bukowskis Bildern ist ebenso wenig Platz für Klischees wie auf den Gesichtern von Ben Foster, Woody Harrelson und Samantha Morton.

Dieser „Botschafter“ hat eine Nachricht für jeden Zuschauer: ohne Mitgefühl kein Lebenswille, ohne Trauer kein Neubeginn.

The Messenger (Homepage | Trailer)

Regie: Oren Moverman; Kamera: Oren Moverman/Alessandro Camon

mit Ben Foster, Woody Harrelson, Samantha Morton u.a.

Drama - USA 2009

113 Min. - Verleih: Senator