KulturMontag, 05. Juli 2010, 14:59 Uhr· von: Nicolas Flessa

Die CARPE Filmkritik: Please Give

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Wer schwarzen, teilweise harten Humor verträgt und gerne im Kino lacht, sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen. Denn was sich dem Zuschauer in „Please Give“ in manchmal atemraubenden Dialogen darbietet, kann getrost als moderner Woody Allen bezeichnet werden.

Doch im Mittelpunkt dieser flotten und abgründigen Geschichte um Mitleid, Tod, Selbstsucht und Zärtlichkeit steht nicht etwa ein neurotischer Einzelgänger, sondern zwei Frauen, die zwei nebeneinander liegende Wohnungen miteinander verbunden werden. Während sich die sensible und zurückhaltende Rebecca hingebungsvoll um ihre nicht ganz einfache Großmutter kümmert, wartet Nachbarin Kate insgeheim auf deren baldigen Tod – zwecks Wand-Durchbruch und Wohnungsvergrößerung.

Regisseurin Nicole Holofcener, auf deren Konto neben mehreren Kinofilmen auch einige Folgen der Kult-Serien „Sex and the City“ und „Six Feed Under“ gehen, gelingt es mühelos, mit einer flotten Leichtigkeit so manchen menschlichen Abgründen ins Gesicht zu sehen, ohne je das Herz des Films – und das seiner Protagonisten – zu verraten.

Please Give (Homepage | Trailer)

Regie: Nicole Holofcener; Kamera: Yaron Orbach

mit Catherine Keener, Oliver Platt, Rebecca Hall u.a.)

Komödie - USA 2010

90 Min. - Verleih: Sony